Apotheke am Marktplatz
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Aktuelle Informationen zur Gesundheit
aus Ihrer Apotheke

Altmedikamente nicht in Mülltonne, Ausguss oder Toilette entsorgen -
wir nehmen sie kostenlos entgegen und entsorgen sie fachgerecht!!!

Altmedikamente wie abgelaufene Pillen, Zäpfchen, Kopfschmerztabletten oder Reste von Hustensaft dürfen im Ortenaukreis nicht über die graue Restmülltonne entsorgt werden. Sie können in unserer Apotheke abgegeben werden, wir entsorgen sie dann richtig.
Ansonsten müssen die Altmedikamente bei der Problemstoffsammlung abgegeben werden. Grund dieser speziellen Entsorgung im Ortenaukreis ist, dass der Inhalt der grauen Restmülltonne in einer Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) verarbeitet wird. „Abweichend von anderen Landkreisen wird in der Ortenau der Inhalt der grauen Restmülltonne nicht in Müllverbrennungsanlagen beseitigt, sondern in der MBA in Ringsheim behandelt und verwertet“, erklärt Michael Lehmann, Abfallberater des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Ortenaukreis. In der MBA wird der Abfall mechanisch vorbehandelt, wobei Wert- und Störstoffe aussortiert werden. Im Anschluss werden die Abfälle mit Wasser vermischt. Das im weiteren Verfahren abgepresste Prozesswasser wird dann einem Gärverfahren zur Biogaserzeugung unterzogen, welches zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt wird.
„Bei dieser hoch effizienten Verwertung des Hausmülls könnten Altmedikamente mit Wasser vermischt und deren Inhaltsstoffe darin gelöst werden“, so Lehmann. „Einmal im Wasser gelöst, können manche Medikamenteninhaltsstoffe in den Kläranlagen nur teilweise oder auch gar nicht aus dem Wasser entfernt werden und so zu Gewässer- und Bodenbelastungen führen. Aus diesem Grund dürfen Altmedikamente auch nicht in den Ausguss oder die Toilette gekippt werden“, mahnt der Abfallberater.

190 Millionen beratungsintensive Arzneimittel: Anwendung in der Apotheke demonstrieren lassen

Berlin, 27. Juni 2018 – Im Jahr 2017 gaben die deutschen Apotheken mehr als 190 Millionen Arzneimittel ab, die allein wegen ihrer Darreichungsform besonders beratungsintensiv sind. Damit machen diese Arzneimittel 29,5 Prozent aller Fertigarzneimittel aus, die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Diese Daten des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI) veröffentlichte die ABDA in ihrer Broschüre ‚Die Apotheke 2018 – Zahlen, Daten, Fakten‘. „Viele Arzneimittel sind – unabhängig vom Wirkstoff – schwierig anzuwenden. Patienten sollten sich die richtige Anwendung deshalb von ihrem Apotheker demonstrieren lassen“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer und Vorstandsvorsitzender des DAPI. „Es reicht in aller Regel nicht aus, Patienten auf eine schriftliche Anleitung zu verweisen oder ihnen den Link zu einem Video mitzugeben. Aus zahlreichen Studien zur Gesundheitskompetenz wissen wir, dass komplexe gesundheitsrelevante Informationen von vielen Menschen nicht verstanden und folglich auch nicht zuverlässig umgesetzt werden können. Nur das persönliche, vertrauensvolle Gespräch, bei dem der Patient angstfrei Fragen stellen kann, hilft da weiter. Im Arzneimittelversand kann man das nicht leisten. Auch deshalb sind und bleiben Apotheken unverzichtbar.“

Spitzenreiter unter den beratungsintensiven Darreichungsformen sind Fertigarzneimittel, die nicht geteilt werden dürfen. Auf sie entfallen rund 14 Prozent. Beispiele sind Retard-Tabletten oder Magensaft-resistente Medikamente. Auf Platz zwei folgen Fertigarzneimittel zur Injektion mit rund 4 Prozent. Bekanntester Vertreter ist hier Insulin. Die Arzneimittel zur Inhalation, zum Beispiel Asthmasprays, machen rund 3 Prozent der beratungsintensiven Arzneimittel aus.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Europäische Impfwoche: Leichter Anstieg der Impfungen gegen Masern noch nicht ausreichend
ImpfungBerlin, 20. April 2018 – In Deutschland werden zwar wieder mehr Kinder und Erwachsene gegen Masern geimpft, doch der leichte Anstieg reicht noch nicht aus, um die gesamte Bevölkerung vollständig gegen eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt zu schützen. Im Jahr 2017 wurden 2,0 Mio. Impfdosen im Wert von 130 Mio. Euro von Apotheken an Ärzte zur Impfung ihrer kleinen und großen Patienten abgegeben (inkl. Kombinationsimpfstoffe mit Mumps, Röteln und Windpocken). Das ist zwar mehr als im Jahr 2016 (1,9 Mio. Impfdosen für 122 Mio. Euro), aber immer noch weniger als im Jahr 2015 (2,3 Mio. Impfdosen für 142 Mio. Euro). Dies ergeben Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) vor Beginn der diesjährigen Europäischen Impfwoche, die vom 23. bis 29. April 2018 stattfindet.

„Jede einzelne Impfung zählt für die Gesundheit eines Menschen“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Bei Kinderkrankheiten wie Masern sind nicht nur in ärmeren Teilen der Welt, sondern selbst in Deutschland die Durchimpfungsraten längst noch nicht ausreichend und müssen deshalb weiter erhöht werden.“ Arnold weiter: „Wer seine Kinder und sich selbst gegen Masern und andere Krankheiten impfen lässt, schützt seine Familie und letztlich auch die gesamte Bevölkerung vor Infektionen. Lokale Masernausbrüche entfalten offenbar meist nur eine kurzfristige positive Wirkung auf die Impfbereitschaft. Unser aller Ziel muss es jedoch sein, eine dauerhaft hohe Impfquote in allen Altersgruppen zu erreichen. Masern sind leider keine harmlose Kinderkrankheit. In einigen Fällen kommt es zu ernsten Komplikationen mit Hirnschäden oder sogar zu Todesfällen.“ Arnold: „Die Apotheken stehen als Partner für Informationsangebote zum Impfen bereit.“

In Deutschland gehören Schutzimpfungen gegen Masern und andere Infektionskrankheiten seit 2007 zum Pflichtleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) werden Kinder insgesamt zweimal – je einmal im Alter von 11 bis 14 Monaten und im Alter von 15 bis 23 Monaten – gegen Masern geimpft. Bei unklarem Impfstatus wird Erwachsenen ab 18 Jahren, die nach 1970 geboren wurden, eine einmalige Impfung von der STIKO empfohlen. Sofern mindestens 95 Prozent der Bevölkerung über eine ausreichende Immunität gegen die Masern verfügen und damit ein Herdenschutz ausgebildet wird, gelten Masern als eliminiert. Da diese Quote in Deutschland unterschritten wird, kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu lokalen und regionalen Ausbrüchen von Masern-Infektionen.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Frühjahrsputz für die Hausapotheke
Berlin, 12. April 2018 – Einmal im Jahr sollte jede Hausapotheke kontrolliert und ergänzt werden. Unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittelreste werden dabei aussortiert. „Ist das Verfallsdatum eines Medikaments überschritten, darf es nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch, wenn das Medikament äußerlich einwandfrei erscheint“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Denn Arzneistoffe verändern sich auch bei sachgemäßer Lagerung im Laufe der Zeit. Zu lange gelagerte Medikamente können unwirksam werden oder im schlimmsten Fall sogar schädliche Nebenwirkungen hervorrufen. Diese Veränderungen sind nur selten äußerlich erkennbar. Viele Apotheken bieten einen Hausapotheke-Check als Serviceleistung an.
Benkert: „Unbrauchbar oder nicht mehr benötigte Arzneimittel können Verbraucher in aller Regel über den Hausmüll entsorgen. In den allermeisten Kommunen wird der Restmüll verbrannt und die Arzneimittel somit sicher vernichtet.“ Einige Apotheken bieten als freiwilligen Service an, Altmedikamente zu entsorgen. Auf keinen Fall sollten Medikamente hingegen über die Toilette entsorgt werden, denn das gefährdet das Grundwasser. Das gilt auch für flüssige Arzneimittel wie zum Beispiel Hustensäfte.
In die Hausapotheke gehören neben individuell benötigten Medikamenten vor allem Präparate gegen akute Erkrankungen, zum Beispiel gegen Schmerzen oder Durchfall. Empfehlenswert sind ebenfalls Verbandstoffe wie Mullbinden oder Kompressen sowie ein Fieberthermometer und eine Pinzette. Auch die wichtigsten Adressen und Telefonnummern sowie eine Erste-Hilfe-Anleitung sollten nicht fehlen. Was in eine Hausapotheke gehört, hängt auch von den Lebensumständen und den individuellen Bedürfnissen ab. Eine Familie mit kleinen Kindern braucht eine andere Hausapotheke als ein sportlicher Single. Der Apotheker hilft gerne bei der Zusammenstellung. Eine Checkliste für die Hausapotheke hat die Bundesapothekerkammer veröffentlicht.

Hier gibts die Checkliste zum Download

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Apotheker informieren auf ITB Berlin: Grippe-Impfung kann auch für Fernreisen empfehlenswert sein
Berlin, 6. März 2018 – Mit 12,4 Millionen Impfungen gegen die saisonale Grippe (Influenza) ist der Bedarf der Patienten im Jahr 2017 konstant geblieben (2016: 12,4 Mio. Impfdosen). Die Umsätze der gesetzlichen Krankenkassen für Impfstoffe gegen das Virus haben sich 2017 in den Apotheken mit 151 Mio. Euro ebenfalls auf dem Vorjahresniveau gehalten (2016: 152 Mio. Euro). Dies hat die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zum Ende der diesjährigen Grippeimpfsaison auf Basis von Daten des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) berechnet. Dabei ist das Ende der Grippesaison auf der Nordhalbkugel zugleich der Beginn der Grippesaison auf der Südhalbkugel – und deshalb kann die Impfung auch für manche Sommerurlaubspläne relevant werden.
„Eine Grippeschutzimpfung kann auch für Fernreisende empfehlenswert sein“, sagt Mathias Arnold, Apotheker aus Halle/Saale und ABDA-Vizepräsident vor Beginn der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin: „Auch andere Impfungen wie gegen Tetanus, Diphtherie oder Keuchhusten schützen die Gesundheit nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Erde. Jeder Weltenbummler sollte sich rechtzeitig vorher informieren, welche Impfungen er braucht, welche Gesundheitsrisiken bestehen und wie man sich dagegen schützt. Auch die Reiseapotheke sollte individuell bestückt werden. Die Apotheke um die Ecke kann dazu wertvolle Tipps geben.“ Bundesweit bieten viele der mehr als 19.000 Apotheken in Deutschland eine reisepharmazeutische Beratung als zusätzlichen Kundenservice an.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

44 Prozent der Raucher wollen aufhören – so klappt’s endlich
Berlin, 27. Dezember 2017 – Mehr als ein Viertel der Bundesbürger raucht gelegentlich oder dauerhaft. Aber 44 Prozent der Raucher planen damit aufzuhören. Das ergab eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im Frühjahr 2017. „Nichtraucher zu werden ist einer der häufigsten Neujahrsvorsätze. Gute Vorbereitung erleichtert den Ausstieg“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Beim Rauchen aktiviert Nikotin das Belohnungszentrum im Gehirn innerhalb weniger Sekunden. Der Raucher fühlt sich kurzzeitig wach und entspannt. Aber nach einiger Zeit entsteht eine körperliche Abhängigkeit: Ohne die regelmäßige Dosis Nikotin entstehen körperliche Entzugssymptome wie Unruhe oder Reizbarkeit. Um diesen unangenehmen Gefühlen aus dem Weg zu gehen, stecken sich viele Aufhörwillige die nächste Zigarette an.
Vor einem geplanten Rauchstopp sollte man sich klar machen, welche Gewohnheiten man mit dem Rauchen verbindet und wie diese ersetzt werden können. Ist das Rauchen an bestimmte Situationen gekoppelt, etwa nach dem Essen, sollte man neue Rituale finden, zum Beispiel, sich nach dem Essen die Zähne zu putzen. Ist das Verlangen nach der Zigarette an Schlüsselreize wie Kaffee gebunden, hilft es, in der ersten Zeit auf ein anderes Getränk umzusteigen. Wird das akute Verlangen zu groß, helfen die drei ‚A-Tipps‘: Erstens Aufschieben – etwa zehnmal tief durchatmen. Zweitens Ausweichen, zum Beispiel den Raucherbereich im Bahnhof meiden. Drittens Ablenken, zum Beispiel jemanden anrufen. Statt einer Zigarette kann man auch einen Lutscher in den Mund nehmen. Dann sind auch die Hände und die Lippen beschäftigt. Außerdem sollte man keinen Zigarettenvorrat mehr griffbereit zuhause haben.
Rezeptfreie Arzneimittel mit Nikotin können die körperlichen Entzugssymptome abmildern. „Nikotinersatzmittel sind nur für eine Übergangszeit gedacht. Sie reichen alleine meist nicht aus, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Wer aufhören will, muss vor allem seine innere Einstellung ändern“, sagt Benkert. Wer zu Neujahr einen Rauchstopp plant, sollte sich diese Medikamente rechtzeitig besorgen. Je nach Rauchverhalten sind verschiedene Arzneiformen wie Kaugummis oder Pflaster empfehlenswert. Kaugummis eignen sich vor allem für Raucher, die zu bestimmten Gelegenheiten geraucht haben. Nikotinpflaster eignen sich eher für Raucher, die regelmäßig über den ganzen Tag geraucht haben. Benkert: „Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte das Präventionsangebot der wohnortnahen Apotheken nutzen und sich individuell beraten lassen.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Weihnachten und Silvester: Mit dem „Apothekenfinder 22 8 33“ schnell zur nächstgelegenen Notdienst-Apotheke
Berlin, 18. Dezember 2017 – Zu Weinachten und Silvester hilft der „Apothekenfinder 22 8 33“ zu jeder Tages- und Nachtzeit bei der Suche nach der nächstgelegenen Nacht- und Notdienstapotheke im gesamten Bundesgebiet zwischen Rügen und Bodensee. Ob per Handy oder App, Festnetz oder Internet – der „Apothekenfinder 22 8 33“ bietet jedem Patienten im Ernstfall eine schnelle und bequeme Adresssuche für eine geöffnete Apotheke in der Nähe an. Darauf weist die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hin, die diesen Service bundesweit anbietet. Pro Jahr wird der „Apothekenfinder 22 8 33“ etwa 7,3 Millionen mal genutzt: 6,4 Millionen Mal im Internet auf www.aponet.de sowie 550.000 mal mithilfe der Smartphone-App und 370.000 mal per Telefon und SMS (Stand: 2016).
Der „Apothekenfinder 22 8 33“ bietet verschiedene Zugriffe: Die kostenfreie App für Smartphones gehört ebenso zum breiten Angebot von Suchoptionen wie die mobile Webseite www.apothekenfinder.mobi für Handys. Per Mobiltelefon kann man bundesweit ohne Vorwahl die 22 8 33 anrufen oder eine SMS mit der fünfstelligen Postleitzahl dorthin schicken (69 Cent pro Minute/SMS). Von zu Hause aus können Patienten kostenfrei die Festnetznummer 0800 00 22 8 33 wählen oder auf das Gesundheitsportal www.aponet.de zugreifen. Die Kontaktdaten der Notdienstapotheken hängen aber auch im Schaufenster jeder Apotheke aus und werden in vielen Lokalzeitungen im jeweiligen Serviceteil abgedruckt.
Zum Hintergrund: Der Nacht- und Notdienst der bundesweit knapp 20.000 Apotheken garantiert eine flächendeckende Arzneimittelversorgung im gesamten Bundesgebiet rund um die Uhr. Etwa 1.300 Apotheken versorgen jede Nacht, jeden Sonn- oder Feiertag insgesamt 20.000 Patienten. Pro Jahr werden somit fast 500.000 Notdienste geleistet. Je nach regionalen Gegebenheiten ist die Notdienstfrequenz für die einzelnen Apotheken unterschiedlich hoch: Im Freistaat Bayern muss eine Apotheke im städtischen München 14 mal Notdienst pro Jahr leisten, während eine Apotheke im ländlicheren Rothenburg dies 74 mal pro Jahr tun muss.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Medikamente: Zuzahlungsbefreiung für 2018 schon ab jetzt bei Krankenkasse beantragen
MünzeBerlin, 12. Dezember 2017 – Mehr als sechs Millionen chronisch kranke Patienten sind bislang von gesetzlichen Zuzahlungen befreit – schon jetzt können Versicherte einen neuen Befreiungsantrag für das Jahr 2018 bei ihrer Krankenkasse stellen. Das empfiehlt der Deutsche Apothekerverband (DAV) allen gesetzlich Versicherten, die ein planbares Einkommen (z.B. eine monatliche Rente) haben und regelmäßige Zuzahlungen (z.B. auf ärztlich verordnete Medikamente) erwarten. Alle Befreiungen gelten jeweils für ein Kalenderjahr und müssen deshalb immer wieder neu beantragt werden. In Deutschland sind somit fast zehn Prozent der 70 Millionen gesetzlichen Versicherten von der Zuzahlung befreit.
Eine schon zum Jahresbeginn 2018 ausgestellte Befreiungsbescheinigung kann nicht nur in der Apotheke, sondern auch bei Arzt- oder Klinikbesuchen eine finanzielle und bürokratische Erleichterung sein. Denn wenn vom verordnenden Arzt ein Befreiungsvermerk auf dem Rezept eingetragen ist oder der Patient einen entsprechenden Bescheid in der Apotheke vorlegen kann, wird keine Zuzahlung für die Krankenkasse eingezogen. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln beträgt die Zuzahlung zehn Prozent des Preises, mindestens aber fünf Euro und höchstens zehn Euro. Immer von der Zuzahlung befreit sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Erwachsene können eine Befreiungsbescheinigung beantragen, sofern ihre finanzielle Belastung zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens schon überschritten hat oder noch überschreiten wird. Bei chronisch kranken Patienten ist es ein Prozent.
Der für 2018 aktualisierte Zuzahlungsrechner auf dem Gesundheitsportal www.aponet.de kann ermitteln, ob die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres erreicht wird. Ein Beispiel: Ein Rentner ist verheiratet, die Kinder sind schon aus dem Haus. Die monatlichen Renten der Eheleute ergeben zusammen 1.800 Euro, also jährlich 21.600 Euro. Nach Abzug des Freibetrages von 5.481 Euro für die Ehefrau ergibt sich ein zu berücksichtigendes Einkommen von 16.119 Euro. Da er chronisch krank ist, müssen die beiden demnach zwar sämtliche Zuzahlungen bis zur Belastungsgrenze von 161,19 Euro (ein Prozent) pro Jahr selbst tragen, werden aber darüber hinaus komplett von allen Zuzahlungen befreit.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Entlassrezept ab 1. Oktober 2017 in Apotheken:
Praxistest zum Patientenwohl steht noch aus

Berlin, 26. September 2017 – Ab 1. Oktober 2017 können Klinikärzte ihren Patienten bei deren Entlassung aus dem Krankenhaus ein Rezept über benötigte Arzneimittel zur Einlösung in öffentlichen Apotheken ausstellen und mitgeben. Damit wird eine Regelung des Versorgungsstärkungsgesetzes aus dem Jahr 2015 umgesetzt. Das Entlassrezept soll dem Patienten ermöglichen, sofort seine Anschlussmedikation zu bekommen, ohne zuvor einen niedergelassenen Arzt aufsuchen zu müssen. Durch den Aufdruck „Entlassmanagement“ ist das neue rosa Rezept von ambulanten Verordnungen zu unterscheiden. Ansonsten gelten jedoch zahlreiche Sonderregelungen: So dürfen die Klinikärzte nur die jeweils kleinsten verfügbaren Packungsgrößen der Arzneimittel verschreiben, und das Entlassrezept muss innerhalb von drei Werktagen in der Apotheke eingelöst werden. Ein Patient, der an einem Freitag aus dem Krankenhaus mit einem Entlassrezept für Medikamente entlassen wird, muss diese Verordnung also spätestens am Montag in der Apotheke einlösen. Beim Einlösen von Entlassrezepten hat jeder Patient die freie Apothekenwahl in ganz Deutschland.

„Die Umsetzung des Gesetzes war langwierig und schwierig, aber nun zeichnet sich endlich eine Verbesserung für die Patienten ab“, sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): „Die Apotheker begrüßen diesen Fortschritt ausdrücklich. Entscheidend wird jedoch die Alltagstauglichkeit des Entlassrezepts sein, damit die Versorgung der Patienten in den Apotheken auch tatsächlich funktioniert.“

Becker äußert Zweifel an der reibungslosen Umsetzung einiger Detailregelungen, die von den Verbänden der Krankenkassen, Vertragsärzte und Krankenhäuser in einem Rahmenvertrag ausgehandelt wurden: „Ein Beispiel: Entlassrezepte für Arzneimittel haben eine andere Gültigkeitsdauer als solche für Hilfsmittel. Solche Punkte müssen noch bearbeitet werden, um eine sichere und reibungslose Versorgung der Patienten zu garantieren.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Immer mehr Inhaber schließen zu: Nur noch 19.880 Apotheken in Deutschland
Berlin, 21. August 2017 – Zur Jahreshälfte 2017 erreicht die Apothekenzahl in Deutschland den niedrigsten Stand seit 1988. Mit 19.880 Apotheken gibt es derzeit im Bundesgebiet so wenige Apotheken wie zuletzt ein Jahr vor dem Mauerfall. Damals waren es in den beiden deutschen Staaten zusammen 19.781 Apotheken. Seit Jahresende 2016 hat sich die Apothekenzahl von 20.023 um 143 reduziert. Das ergeben Erhebungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Auffällig ist der Verlust an selbständigen Apothekeninhabern, deren Zahl in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 209 sank. Dass es weniger Haupt- bzw. Einzelapotheken gibt, wird nur zum Teil dadurch aufgefangen, dass die Zahl der Filialen wächst: 66 Filialbetriebe sind im ersten Halbjahr dazu gekommen. In Deutschland gilt das Fremd- und Mehrbesitzverbot, das es Apothekern erlaubt, neben der Hauptapotheke bis zu drei Filialen in enger räumlicher Nähe zu betreiben, für die sie die volle fachliche und wirtschaftliche Verantwortung tragen.

„Immer mehr Apothekeninhaber geben auf. Es tut weh, wenn selbständige Apotheker entweder wirtschaftlich dazu gezwungen sind oder einfach keine pharmazeutische Perspektive mehr sehen“, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt: „Dieser Verlust an selbständigen Apothekern schmerzt deshalb besonders, weil Freiberuflichkeit und Gemeinwohlpflicht untrennbar miteinander verbunden sind. Jeder Inhaber trägt die volle Verantwortung und gibt der Apotheke ein Gesicht.“ Wo früher noch mehr als 20.000 Inhaber gewirkt hätten, seien heute weniger als 15.400 Selbständige übrig. Schmidt weiter: „Zum Glück haben wir noch eine flächendeckende Versorgung. Ein Preiswettbewerb mit ausländischen Versandhändlern bei rezeptpflichtigen Medikamenten wird allerdings den Abwärtstrend beschleunigen. Versandhändler müssen sich ja seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Oktober 2016 nicht mehr an die einheitlichen Preise halten, die für Präsenzapotheken bei verordneten Medikamenten gelten. Deshalb brauchen wir direkt nach der Bundestagswahl ein Gesetz, das wieder einheitliche Preise bei verschreibungspflichtigen Medikamenten herstellt. Möglich wird das nur über ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Urlaub in Deutschland: „Apothekenfinder 22 8 33“ hilft überall bei Suche nach Nacht- und Notdienst
Berlin, 7. August 2017 – Ob auf „Balkonien“, bei Verwandten oder im Hotel – beim Sommerurlaub in Deutschland lässt sich die nächstgelegene Notdienstapotheke schnell und unkompliziert mit dem „Apothekenfinder 22 8 33“ lokalisieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung dieses bundesweiten Angebots der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die kostenfreie App für Smartphones gehört ebenso zum breiten Angebot von Suchoptionen wie die mobile Webseite www.apothekenfinder.mobi für Handys. Per Mobiltelefon kann man bundesweit ohne Vorwahl die 22 8 33 anrufen oder eine SMS mit der Postleitzahl des aktuellen Aufenthaltsortes schicken (69 Cent pro Minute/SMS). Von zu Hause aus können Patienten kostenfrei die Festnetznummer 0800 00 22 8 33 wählen oder über das Gesundheitsportal www.aponet.de auf die Suche zugreifen.

Die Kontaktdaten der nächstgelegenen Notdienstapotheken hängen aber auch im Schaufenster jeder Apotheke aus und werden in vielen Zeitungen im Service- oder Lokalteil abgedruckt. Der Nacht- und Notdienst der bundesweit 20.000 Apotheken ist eine der wichtigsten Gemeinwohlpflichten der Apotheker und garantiert eine flächendeckende Arzneimittelversorgung rund um die Uhr im gesamten Bundesgebiet. Etwa 1.300 Apotheken versorgen jede Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen jeweils gut 20.000 Patienten. Pro Jahr werden somit knapp 500.000 Notdienste geleistet. Besonders Eltern mit kleinen Kindern lösen häufig Rezepte von Kinderärzten im Notdienst ein. Aber auch Arzneimittel aus dem Bereich der Selbstmedikation werden häufig im Nachtdienst in Anspruch genommen.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Vorgesorgt zur Ferienzeit: Bayern vor Baden-Württemberg und Thüringen bei FSME-Impfungen
Berlin, 26. Juli 2017 – In Süddeutschland werden doppelt so viele Menschen gegen Hirnhautentzündung geimpft wie im Bundesdurchschnitt – und um ein Vielfaches mehr als im Norden der Republik. Bei der Zahl der Impfungen gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) liegt Bayern (91) vor Baden-Württemberg (88) und Thüringen (81) - jeweils bezogen auf 1.000 gesetzlich krankenversicherte Menschen im Jahr 2016. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 42 Impfungen pro 1.000 Versicherte, während in Hamburg (13), Schleswig-Holstein (12) und Bremen (11) am wenigsten gegen FSME geimpft wird. Das hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) berechnet. Im Jahr 2016 wurden demnach bundesweit 3,2 Mio. Impfdosen im Wert von 113 Mio. Euro von den Krankenkassen für ihre Versicherten in den Apotheken eingekauft.

„In Süddeutschland werden viele Menschen gegen FSME geimpft, weil hier die Risikogebiete liegen. Das ist wichtig und richtig. Der Erreger wird durch Zeckenbisse übertragen und ist im Süden besonders verbreitet“, sagt Mathias Arnold, Apotheker aus Halle/Saale und Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Grundsätzlich sollte sich aber nicht nur jeder Bayer, Schwabe oder Thüringer informieren, welche Impfungen er braucht. Auch Hamburger oder Mecklenburger, die in den Ferien gen Süden fahren, um dort Wander- oder Radtouren querfeldein zu unternehmen, sollten sich vorab über FSME-Risikogebiete informieren. Die Stammapotheke zuhause kann dazu wertvolle Tipps geben. Viele Apotheken bieten auch darüber hinaus eine pharmazeutische Reiseberatung an.“

Zum Hintergrund: Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten ihren Versicherten grundsätzlich diejenigen Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Dies muss im Zweifelsfall jeder Versicherte mit seinem Arzt und seiner Krankenkasse vorab klären. Die STIKO empfiehlt eine Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert sind, und für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind, wie zum Beispiel Forstarbeiter oder in der Landwirtschaft arbeitende Personen. Für Reisen in FSME-Risikogebiete im Ausland, wie z.B. nach Skandinavien oder ins Baltikum, ist eine reisemedizinische Beratung sinnvoll. Viele Krankenkassen bieten derartige Reiseimpfungen als so genannte Satzungsleistungen an.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Jeder zweite Raucher will aufhören
Berlin, 19. Juli 2017 – Jedem zweiten Raucher reicht‘s: 44 Prozent der Raucher planen den Abschied vom Glimmstängel. Junge Frauen liegen dabei vorne: 53 Prozent der Frauen wollen sich das Rauchen abgewöhnen, aber nur 37 Prozent der Männer. Je jünger ein Raucher ist, desto eher sucht er den Ausstieg: 49 Prozent der Menschen bis 29 Jahren, aber nur 41 Prozent der Über-65-jährigen wollen aufhören. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft hat dafür telefonisch 3415 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt: „Der Wille ist entscheidend, um mit dem Rauchen aufzuhören. Aber gerade in der ersten Zeit brauchen Viele noch Unterstützung, um nicht wieder rückfällig zu werden. Die wohnortnahen Apotheken engagieren sich in der Prävention und helfen auch beim dauerhaften Rauchstopp.“

Bundesweit rauchen etwa 28 Prozent der Bundesbürger. Je älter, desto weniger wird gepafft: Nur 11 Prozent der Menschen über 65 Jahren rauchen. In der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren sind es hingegen 38 Prozent. Das gelegentliche Rauchen, etwa auf Partys, ist in dieser Altersgruppe aber häufiger als bei den Senioren.

Am meisten gequalmt wird in Nordrhein-Westfalen: Hier rauchen 33 Prozent der Menschen ab 16 Jahren. Zufrieden mit ihrer Nikotin-Abhängigkeit sind aber längst nicht alle, denn hier wollen 41 Prozent aufhören. Die wenigsten Raucher gibt es in Hessen, hier rauchen nur 21 Prozent der Einwohner. 60 Prozent von ihnen planen einen Rauchstopp.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Nur jedes vierte Rabattarzneimittel ist zuzahlungsfrei
Berlin, 12. Juli 2017 – Nur noch knapp jedes vierte Rabattarzneimittel (23,7 Prozent) ist zur Jahresmitte teilweise oder komplett von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Verpflichtung der Apotheken zur Abgabe von Rabattarzneimitteln im Jahr 2007 ist die Befreiungsquote kontinuierlich gesunken – von 60 Prozent (2008) über 42 Prozent (2012) auf 23 Prozent (2016). Nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) nehmen die Zuzahlungen für Arzneimittel, die gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten in den Apotheken abverlangen, derweil zu: Im Jahr 2007 waren es noch 1,6 Mrd. Euro, 2012 schon 1,9 Mrd. Euro, inzwischen sind es mehr als 2,1 Mrd. Euro (2016).

„Die Versorgung der Patienten durch die Apotheken wird durch Rabattverträge teilweise erschwert, und es gibt zusätzlichen Erklärungsbedarf. Aber die Krankenkassen sparen dadurch jedes Jahr mehrere Milliarden Euro ein“, sagt DAV-Patientenbeauftragter Berend Groeneveld. „Es ist unverständlich, warum die Krankenkassen ihre Versicherten nicht an diesen Ersparnissen beteiligen.“ Groeneveld weiter: „Jede Krankenkasse hat bei jedem Rabattvertrag die Chance, ihre Versicherten zu entlasten, indem sie ihnen die Zuzahlung erlässt, zumal die Kostenvorteile aus den Rabattverträgen weiter ansteigen.“

Zum Hintergrund: Ein Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Pharmahersteller führt dazu, dass die Versicherten der Krankenkasse auf Rezept nur die Medikamente ihres Vertragspartners erhalten, während der Pharmahersteller für diese Zusage einen Mengenrabatt gewährt. Die Krankenkassen können jeweils entscheiden, ob sie ihre Versicherten bei den rabattierten Medikamenten von der gesetzlichen Zuzahlung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro rezeptpflichtiger Packung entbinden - entweder komplett oder zur Hälfte. Im Jahr 2016 haben die Krankenkassen durch Rabattverträge rund 3,9 Mrd. Euro eingespart. Im ersten Quartal 2017 beliefen sich die Ersparnisse schon auf 950 Mio. Euro.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

2016 gaben Apotheken rund 28 Millionen kühlpflichtige Medikamente ab
Berlin, 26. Juni 2017 – Viele Medikamente sind nur bei kühler Lagerung dauerhaft wirksam. Durchschnittlich jedes 24. zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgegebene Arzneimittel muss gekühlt werden, zum Beispiel einige Insuline. „Werden kühlpflichtige Arzneimittel zu warm gelagert, verlieren sie ihre Wirkung“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI). „Aber niemand kann einem Medikament ansehen, wie es gelagert wurde. Deshalb müssen bei der Lagerung und dem Transport besondere Sorgfaltspflichten eingehalten werden. Apotheker informieren ihre Patienten darüber, aber es ist wichtig, dass diese Hinweise auch von Patienten beachtet werden.“ Auf jeder Packung ist vermerkt, ob ein Medikament kühl gelagert werden muss. Patienten sollten diese Medikamente im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad aufbewahren. 
 

Im Jahr 2016 gaben die deutschen Apotheken zulasten der GKV rund 27,7 Millionen kühlpflichtige Medikamente ab. Das ermittelte das DAPI. Nicht erfasst wurde die Abgabe auf Privatrezept oder in der Selbstmedikation. Insgesamt dürfte die Zahl der kühlpflichtigen Medikamente daher noch höher liegen.

Etwa ein Drittel der 27,7 Mio. kühlpflichtigen Arzneimittel (8,4 Mio. Packungen) müssen nicht nur in der Apotheke, sondern auch beim Transport von der Apotheke zum Anwendungsort gekühlt werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Isoliertaschen oder Styroporbehälter. Ein direkter Kontakt zwischen Medikamenten und Kühlelementen sollte vermieden werden, denn ein Einfrieren könnte die Wirkung der Medikamente vermindern. Beispiele für kühlkettenpflichtige Medikamente sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln oder Gelbfieber. Auch einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen müssen ununterbrochen gekühlt werden.

Kiefer: Dauerhaft zu kühlende Medikamenten eignen sich nur bedingt für den Versandhandel. Auch hier sichern die wohnortnahen Apotheken die flächendeckende Versorgung. Deshalb bleibt es für Patienten wichtig, eine Apotheke in der Nähe zu haben.“  

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Bei Verstopfung diskrete Beratung des Apothekers nutzen
Meran/Berlin, 24. Mai 2017 – Etwa 5 bis 15 Prozent der Bundesbürger leiden unter chronischer Verstopfung. Betroffene leiden über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten unter einer unbefriedigenden Stuhlentleerung und haben zusätzliche Probleme, zum Beispiel starkes Pressen. „Bei Verstopfung ist einerseits der Leidensdruck hoch, andererseits scheuen sich viele Betroffene, offen darüber zu sprechen“, sagte Apotheker Christian Schulz beim pharmacon, einem Internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. „Jede Apotheke bietet die Möglichkeit einer diskreten und persönlichen Beratung. Diese sollte jeder Patient nutzen. Das ist besser, als aus falscher Scham auf die Beratung des Experten zu verzichten und stattdessen die eigenen Symptome im Internet zu recherchieren. Denn ,Dr. Google` liefert eher Sorgen als Lösungen.“

Schulz: „Es ist keine Schande, Abführmittel einzunehmen. Bei der richtigen Auswahl des Wirkstoffs und einer angemessenen Dosierung können diese auch über längere Zeiträume eingenommen werden. Der Apotheker informiert gerne darüber, woran Patienten eine Über- oder Unterdosierung selbst erkennen können.“ Unrealistisch ist die Erwartung, täglich zu „müssen“. Auch wenn der Stuhlgang breiig oder flüssig ist, ist die Dosis des Abführmittels möglicherweise zu hoch. Beim Beratungsgespräch hat der Apotheker aber auch Anzeichen eines Arzneimittelfehlgebrauchs im Blick. Dieser liegt zum Beispiel vor, wenn die Dosis des Abführmittels über der Tageshöchstdosis liegt oder wenn es keine klare Diagnose gibt. In diesen Fällen kann der Apotheker als Wegweiser einen Arztbesuch empfehlen.

Zu den wichtigsten Ursachen einer Verstopfung zählen Stress, Bewegungsmangel, eine ballaststoffarme Ernährung, oder dass zu wenig getrunken wird. Auch Medikamente wie stark wirksame Schmerzmittel, Antidepressiva oder blutdrucksenkende Diuretika kommen als Auslöser in Frage. Verschiedene Krankheiten verlangsamen ebenfalls die Darmtätigkeit, zum Beispiel Parkinson, nicht gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktionen oder Nervenschädigungen wie bei einem fortgesetzten Diabetes.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

 

Reiseapotheke an den Urlaubsstil anpassen
Berlin, 12. Mai 2017 Wer in Urlaub fährt, sollte vor allem bei Auslandsreisen eine Reiseapotheke mitnehmen. Was genau in eine Reiseapotheke gehört, hängt unter anderem vom Reisestil und der medizinischen Versorgung im Urlaubsland ab. „Bei einer mehrwöchigen Rucksacktour durch Südostasien braucht man eine andere Reiseapotheke als bei einem kurzen Strandurlaub in Spanien“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.. „Jeder Reisende wird einen für sich passenden Kompromiss finden: Einerseits möchte jeder auf möglichst viele Erkrankungen vorbereitet sein, andererseits will niemand einen extra Koffer nur für Medikamente mitnehmen.“ Reisende sollten sich deshalb bei der Zusammenstellung ihrer Reiseapotheke vom Apotheker beraten lassen. Der Wert dieser Beratung zeigt sich darin, dass er keine Liste an Medikamenten stur ‚abarbeitet‘. Stattdessen wählt der Apotheker im Gespräch mit dem Patienten die individuell benötigten Medikamente aus. Als Grundlage hat die ABDA auf ihrer Homepage eine Checkliste für den Inhalt der Reiseapotheke veröffentlicht.

Die umfassende Reiseapotheke enthält die Medikamente, die in eine Hausapotheke gehören, ergänzt um Arzneimittel gegen häufige Reisebeschwerden wie zum Beispiel Reisedurchfall oder -übelkeit. Außerdem sollten Reisende dauerhaft benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitnehmen. „Unentbehrlich sind auch bei Tagesausflügen Schmerzmittel, Medikamente gegen Durchfall, ein Desinfektionsmittel und Verbandstoffe“, sagt Arnold. 

Alle notwendigen Medikamente sollte man aus dem Heimatland mit in den Urlaub nehmen. Arnold: „Es wäre leichtsinnig, darauf zu vertrauen, dass im Notfall eine Versorgung vor Ort möglich ist. Besonders in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung sollten Reisende damit rechnen, dass es vor Ort keine Apotheke gibt bzw. diese nicht erreichbar ist.“ In einigen Ländern sind viele Medikamente nicht zuverlässig verfügbar oder gefälscht. Hinzu kommt die Sprachbarriere und dass Wirkstoffe im Ausland häufig unter anderen Namen vermarktet werden als in Deutschland.

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Beschränkung des Versandhandels auf rezeptfreie Arzneimittel bleibt alternativlos
Berlin, 8. März 2017 – Im Zuge der andauernden öffentlichen Debatte um die Sicherung und Stärkung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung haben Deutschlands Apotheken ihre Forderung nach einer Rückführung des Versandhandels mit Arzneimitteln auf nicht verschreibungspflichtige Präparate erneuert. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt forderte die Politik auf, zügig zu handeln: „Alle Parteien haben dringenden Handlungsbedarf konstatiert. Keine Partei hat eine tragfähige Alternative zum vorliegenden Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums präsentiert. Also wird es Zeit, den Entwurf umzusetzen.“

Den Vorschlag einzelner SPD-Parlamentarier, nach der Aufhebung der Arzneimittelpreisbindung für ausländische Versandanbieter nun auch inländischen Apotheken die Vergabe von Boni zu erlauben, bewertete Schmidt überaus kritisch: “Diese Idee ist ebenso untauglich wie gefährlich. Erstens kann sie die Wettbewerbsvorteile ausländischer Anbieter nicht neutralisieren, denn die müssen sich laut EuGH-Entscheidung ohnehin nicht mehr an die Arzneimittelpreisbindung halten, egal ob man sie nun modifiziert oder nicht. Zweitens würde sich damit die Wettbewerbssituation sogar weiter verschärfen, weil Präsenzapotheken dann auch durch inländische Versandkonkurrenz umso schneller in eine Rabattschlacht gezwungen würden. Da gießt man Öl ins Feuer statt zu löschen. Wer diese Idee propagiert, will offensichtlich das bewährte System der Arzneimittelversorgung in Deutschland schleifen.“

Auch unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten sei der SPD-Vorschlag kontraproduktiv: „In Deutschland arbeiten 150.000 Menschen in Apotheken. Apotheken sind gerade in kleineren Gemeinden wichtige Gewerbesteuerzahler. Da kann man doch keine ‚lex specialis‘ für das Wohlergehen einzelner Großunternehmen jenseits der grünen Grenze machen, die bei uns weder Arbeitsplätze schaffen noch Steuern auf ihre Gewinne bezahlen, sondern einfach GKV-Beitragsmittel ins Ausland abziehen.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Medizinisches Cannabis aus Apotheken: Was Patienten wissen sollten
Berlin, 7. März 2017 – Bald können Ärzte im Rahmen ihrer Therapiefreiheit im Einzelfall medizinischen Cannabis verordnen. Ein entsprechendes Gesetz soll noch im März in Kraft treten. „Jede Apotheke kann dann nach einer ärztlichen Verordnung Rezepturarzneimittel mit Cannabis herstellen und abgeben“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer.

Der Arzt bestimmt unter anderem die Dosis und die Art der Anwendung. Cannabis kann in verschiedenen Formen verordnet werden, zum Beispiel als Blüten. Cannabisblüten sind in unverarbeitetem Zustand ungleichmäßig und nicht korrekt zu dosieren. Die Apotheken mahlen die unzerteilten Blüten unter definierten Bedingungen und geben sie als Rezepturarzneimittel an die Patienten ab. Der Patient kann die pulverisierten Blüten mit einem kleinen Dosierlöffel, den er von der Apotheke bekommt, genau abmessen. Für kleine Einzelgaben und den individuellen Bedarf können die Apotheken das Pulver in Papierkapseln abfüllen „Das Abmessen von Cannabisblüten ‚nach Gefühl‘ ist für eine medizinische Anwendung nicht zu verantworten, denn das führt zwangsläufig zu Über- oder Unterdosierungen“, sagt Kiefer, der auch Vorsitzender des Neuen Rezeptur-Formulariums (DAC/NRF) ist. Das DAC/NRF hat zu Cannabis mehrere Arbeitsanweisungen für Apotheken entwickelt.

Nicht nur über die Dosis, auch über die Anwendungsform entscheidet der Arzt. Apotheker geben ihren Patienten bei der Abgabe des Rezepturarzneimittels entsprechende Anweisungen mit. Kiefer: „Ein ‚Probieren geht über Studieren‘ hat in der rationalen Arzneimitteltherapie mit Cannabis keinen Platz. Deshalb haben wir Anleitungen für die Anwendung entwickelt, die für Patienten leicht umzusetzen sind und zu einheitlichen und wiederholbaren Ergebnissen führen.“ Cannabis kann von Patienten inhaliert oder nach einer wässrigen Abkochung („Tee“) getrunken werden. Für die Inhalation gibt es elektrische Verdampfer, die die Cannabisblüten unter definierten Bedingungen erhitzen. Der Patient kann dann den Dampf nach und nach vollständig inhalieren. Kiefer: „Das Rauchen von Cannabis zusammen mit Tabak als ‚Joint‘, die Teezubereitung mit fetthaltigen Flüssigkeiten, wie Sahne, oder das Einbacken in Kekse sind für medizinische Zwecke völlig ungeeignet, da die Dosis nicht reproduzierbar wäre.“ Besser als mit Cannabisblüten kann dem individuellen Bedarf des Patienten entsprechend mit dem Cannabis-Hauptwirkstoff, dem Dronabinol oder kurz „THC“, behandelt werden.

Liegt eine entsprechende Genehmigung vor, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für ärztlich verordnete Rezepturarzneimittel mit Cannabis oder Dronabinol. Für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung fällt nur die Zuzahlung an, die pro Arzneimittel höchstens 10 Euro beträgt.

Medizinisches Cannabis wird immer auf einem gelben Betäubungsmittelrezept verordnet. Da es nach der Ausstellung nur eine Woche lang gültig ist, sollten Patienten dieses Rezept umgehend in einer Apotheke einlösen. Kiefer: „Rezepturarzneimittel mit Cannabis bekommt man nicht im Versandhandel, aber die wohnortnahen Apotheken versorgen ihre Patienten auch in diesem Fall schnell und sicher.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

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